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Was geschieht, wenn 15 Internet-Photo-Begeisterte, Urwestfalen, normale Westfalen und Pseudo-Westfalen, das sind solche, die in der Peripherie dieses schönes Landes wohnen, sich auf den Weg machen, um ein Westfalen Treffen außerhalb Westfalens zu veranstalten??? Wer die Antwort wissen möchte, hätte am 7. Mai 2011 auf Schloss Burg, dem Stammsitz der Herren von Berg, im Bergischen Land sein müssen. Wie ich bei Sylvia gelesen haben, vertritt sie das Motto "Wenn Westfalen zum Treffen einladen, gibt es garantiert eine Menge zu Essen" da ist sicher was dran, aber noch deutlicher ist diese besondere Spezies Menschen an einer mitgeführten Kamera auszumachen. Zurück zu Sylvias Motto, wir verzichteten auf das 3 Gang Menü für 2,20 Euro, auch wenn der Preis noch so verlockend war. Vielleicht hätten wir uns von diesem Schild animieren lassen sollen ;-) Aber beginnen wir mal von vorne, wir trafen uns im Lokal "Zur schönen Aussicht" um mit den vier wichtigsten Dinge eines Treffens zu beginnen, und zwar alle gleichzeitig.
Die ersten Probleme gab es allerdings mit Schenkeln! Keine Hähnchenschenke, menschliche Schenkel! Solche, die nicht unter die Tische passten. Die Tische waren wohl weniger für Westfalen geeignet. Diverse Lösungsvorschläge wurden erörtert, aber das Problem ließ sich lösen. Nachdem der vierte Punkt, die Nahrungsaufnahme, erledigt war, stürmten wir die Burg. Vorher nahmen wir noch Platz auf Deutschlands längster Naturstamm-Superbank. Damit die Stürmung von Schloss Burg friedvoll verlief, hatte Ritter Erwin vorher den Wegezoll entrichtet. So wurde uns der friedliche Einlass in die innere Burg ermöglicht. Wir folgten der Kammerfrau Susanne, die sich extra für uns Zeit genommen hatte, durch die Gemächer wie Kemenate, Ahnengalerie, Rittersaal und Kapelle der Burg, und lauschten ihrem Insider-Wissen. Interessantes über die Geschichte der Burg und dessen Bewohner wusste die Dame zu berichten. Jetzt wissen wir auch wie das Sprichwort "die Tafel aufheben" zu verstehen ist sowie die Bedeutung der Redensart "durch die Lappen gegangen". Punkt 3 unserer Richtlinien (photographieren) durfte sowohl im Außenbereich, wie auch in den Gemächern der Burg voll ausgelebt werden. Was nicht in allen Burgen so ist. Nachdem die Gehirnzellen der Westfalen derart arbeiten mussten um alles abzuspeichern, war ein erholsamer Spaziergang über den Wehrgang genau das richtige. Jetzt konnten wir uns ausgiebig den Punkten 2 und 3 unserer Richtlinien zuwenden. Die Besteigung des Bergfrieds gefiel nicht allen 15 Westfalen, das muteten sich nur die wahren Rittersleut zu. So langsam breitete sich in den Köpfen der Teilnehmer eine große Sehnsucht nach Pkt. 4 aus, denn es wartete eine Kaffeetafel im Waffelhaus auf uns. Aber wir mußten noch auf einen einzelnen Herrn warten, der sich offensichtlich mit zwei Damen in einer Burgapotheke verirrt hatte. Zur Strafe für die lange Wartezeit wurde der Herr anschließend an den Pranger gestellt, aber zwecks weiterer Programmpunkte begnadigten wir ihn nach kurzer Zeit. Die Kaffeepause auf der Terrasse des Waffelhauses erfüllte dann unsere langgehegten Waffel-Wünsche, und alle 4 Punkte unserer Richtlinien wurden wieder gleichzeitig bedient. Die spendierte Maibowle zum Abschluß des Kaffeetrinkens war ein Hochgenuß. Noch ein letzter Rundgang über das Burggelände, wo zur Freude eines einzelnen Herrn noch ein Geburtstagsgeschenk für ihn gefunden wurde, und die ersten Westfalen verabschiedeten sich. Die Hartgesottenen suchten noch ein weiteres Lokal auf, denn inzwischen hatte sich die Waffel gesetzt, und Platz für weitere westfälische Spezialitäten geschaffen. Gehört Leberkäs eigentlich zu den westfälischen Spezialitäten??? ;-) Gesprächsstoff boten auch diese Köpfe, und selbst nachdem wir den Titel "Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft" erkundet hatten, boten die fotogenen Betonköpfe immer noch viel Spielraum für Spekulationen und Diskussionen. Es war, wie immer, schön die alten, bekannten Gesichter wiederzusehen, und sehr gefreut habe ich mich auch über die beiden neuen Gesichter. Eins sollte noch festgehalten werden, es war im Vorfeld niemand bereit sich um das Wetter zu kümmern, und nachdem ich mir diese schwere Bürde dann selber aufgeladen habe, gab es einen männlichen Teilnehmer der am Abend vor dem Treffen einen Regentanz aufführen wollte. Dieses unrühmliche Vorhaben sollte beim Treffen mit einem Besuch der Folterkammer geahndet werden, was aufgrund des Flehen seiner Gattin dann nicht ausgeführt wurde. Wir hatten Erbarmen. Im nächsten Jahr sollte dieser Herr die Verantwortung für das Wetter übernehmen, und wehe es scheint keine Sonne! Es war schön mit Euch allen! Ich hoffe, dass wir in 2012 ein "9. Westfalen Treffen" haben werden, und wir uns alle gesund und munter wiedersehen. Mai 2011 © Text und Photos by Agnes Weitere Photos von Schloss Burg sind auf meiner Webseite ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Teilnehmer des Treffens alphabetisch sortiert: ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ --Namen sind mit den Webseiten verlinkt, und werden (soweit vorhanden) mit den Berichten verlinkt-- Agnes und Erwin, Christa und Detlef, Dagmar und Wolfgang, Edith, Gabi und Uwe, Gerd und Gabi, Pat, Sylvia, Tom und Karin |